UML-Diagramme aus Text mit PlantUML

Jeder Entwickler weiß, dass Diagramme oft helfen, über Inhalte zu sprechen. Aber Lust sich in eines der grafischen Tools einzuarbeiten, hat man dann meist doch nicht. Jedes verwendet einen anderen Standard und andere Konventionen, um im Wiki darüber zu reden muss man das Diagramm mühsam als Bild exportieren und eigentlich schreibt man ja am liebsten Code und klickt eher ungern.

Wir haben bei bisher vereinzelt Visual Paradigm UML eingesetzt. An sich ist das Tool ganz brauchbar, vor allem wenn man Java entwickelt und das Round-Trip-Engineering funktioniert. Wir arbeiten aber eher punktuell mit UML-Diagrammen, d.h. meistens möchte man nur eine kleine Änderung machen oder nur ein Fragment der gesamten Software abbilden. Daher lohnt es sich nicht für jeden Entwickler eine Lizenz zu kaufen und wir haben deshalb eine Floating License. Funktioniert auch prima, solange man im Büro (und damit im Firmennetzwerk) ist. Aber sobald man unterwegs oder beim Kunden vor Ort ist kann man nicht “mal eben” das Diagramm anpassen. Außerdem braucht die Software relativ lang zum Starten, was gerade bei kleinen Änderungen auch lästig sein kann (und offen lassen will man das Programm ja auch nicht, weil man dann die Floating License blockiert).

Vor ein paar Wochen bin ich auf der Suche nach einem UML-Plugin für DokuWiki über PlantUML gestolpert. Mit PlantUML lassen sich (mit Hilfe von Graphviz) aus Text UML-Diagramme erstellen. So lässt sich folgendes Authentifzierungs-Sequenzdiagramm einfach mit ein paar Zeilen Code erzeugen: Sequenzdiagramm Authentication

@startuml
Alice -> Bob: Authentication Request
Bob --> Alice: Authentication Response
@enduml
Sequenzdiagramm Authentication

Neben Sequenzdiagrammen werden auch Use-Case-Diagramme, Klassendiagramme, Komponentendiagramme, Zustandsdiagramme und Objektdiagramme unterstützt. Außerdem gibt es Integrationen für MediaWiki, Redmine, Confluence, Trac, TinyMCE, Eclipse, NetBeans, Intellij (auch PHPStrom), Word, OpenOffice LaTeX, Doxygen, Sphinx und vieles mehr. Dadurch sind sowohl die Diagramme als auch das Syntax-Wissen portabel und vielseitig einsetzbar. Ich habe als nächstes direkt das Plugin für unser Confluence installiert und auch Sphinx (was wir gerade für Dokumentationen testen) funktioniert prima.